Einmal im Jahr tritt das BÄO in großer symphonischer Besetzung zu einer Probenwoche auf Schloß Craheim/Unterfranken zusammen, gibt dann drei Konzerte in Bad Kissingen, Bamberg und München unter der Leitung seines Gründers Reinhard Steinberg, Professor der Psychiatrie und seit zwei Jahrzehnten Ärztlicher Direktor des Pfalzklikums in Klingenmünster. Diese jährliche Arbeitsphase wird durch Tutoren der Bamberger Symphoniker und der Münchner Philharmoniker unterstützt, sie ist Herzstück des Selbstverständnisses des BÄO. Gerade diese intensive Arbeit mit erfahrenen Orchestermusikern wird im BÄO sehr gerne wahrgenommen, beschleunigt sie doch erheblich die handwerkliche und musikalische Durchdringung der vorgenommenen Werke.Die besten Beispiele hierfür sind Live-Aufnahmen der Symphonie phantastique von Berlioz, der Pathetique von Tschaikowsky, Bruckners 9. Symphonie, Mozarts Klarinettenkonzert mit Andrea Steinberg und Beethovens Eroica. Wer eifriger Radiohörer ist, kann mit schöner Regelmässigkeit Konzertmitschnitte des BÄO im Bayerischen Rundfunk hören, vornehmlich mit Aufnahmen neuer Musik.

Die Musiker des BÄO führt der Spaß an symphonischer Musik zusammen. Sie nehmen sich Urlaub, unterziehen sich einem erheblichen Probenaufwand. Die Begeisterung dieser Mediziner an ihrem ersten Hobby Musik hört man nicht nur, sie wird auch von kritischen Ohren anerkannt.

Unter den Ärzteorchestern in Deutschland, die gar nicht so selten sind, ist das Bayerische Ärzteorchester, kurz das BÄO, eines der traditionsreicheren, eines der größten und eines der besten. Hervorgegangen ist das BÄO aus dem Orchester Münchner Medizinstudenten, 1967 von dem medizinischen Erstsemester Reinhard Steinberg gegründet. Geliebt und heftig unterstützt von Fakultät und Fachschaft, erreichte dieses Studentenorchester rasch klassische symphonische Größe und beachtliches Niveau. Mit dem Berufseintritt eines Großteils seiner Musiker erfolgte 1975 die Umbenennung zum BÄO. Ein Förderverein unterstützt seither den logistischen Apparat und sorgt für die finanzielle Sicherung der Projekte des vielköpfigen Klangkörpers.

Fast 200 Musiker zählt das BÄO heute, 20 Prozent davon sind Medizinstudenten, die durch ihre vom Verein geförderte Teilnahme die Möglichkeit erhalten, ihre musikalische Praxis über das lange Studium zu erhalten. Die meisten sind auch nach den Examina dem BÄO treu geblieben. Das Geschlechterverhältnis ist übrigens, wie bei Medizinern üblich, 1:1. Seit Anfang bewahrt wurde die freie und freiwillige Struktur, die auf die Meinung und den Ratschlag aller Mitglieder großen Wert legt. Wichtige künstlerische Impulse sollen auch von zeitgenössischen Werken ausgehen, das BÄO führt immer wieder neue Kompositionen auf.

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